Investition in Netto-Null: Bayer kauft erstmals technologische Carbon Removal Credits

Bayer Kreuz in Leverkusen

© Bayer AG

Die Leverkusener Bayer AG setzt ihren Weg hin zu Netto-Null fort und erwirbt Carbon Removal Credits des Climate-Tech-Startups Novocarbo. Das Unternehmen mit Kernkompetenzen in den Life-Science-Gebieten Gesundheit und Ernährung unterstützt damit aktiv eine technologische Lösung zur CO₂-Sequestrierung (Carbon Dioxide Removal) die nicht nur dem Klima, sondern auch der Landwirtschaft zugutekommt. Die Callirius AG hat die Kooperation über ihre Plattform, basierend auf hohen Qualitätsstandards, ermöglicht.

Leverkusen/Hamburg/Zürich. Um das so wichtige Ziel des Pariser Klimaabkommens von maximal 1,5 Grad Erderwärmung noch zu erreichen, sind laut dem Weltklimarat IPCC neben drastischen Emissionsreduzierungen sogenannte Carbon Dioxide Removal (CDR) Lösungen unabdingbar, die der Atmosphäre aktiv CO₂ entziehen.  Ein wichtiger Hebel, um diese Lösungen voranzutreiben und damit den Klimawandel aufzuhalten, sind sogenannte Carbon Removal Credits. Diese werden aus der sicheren und dauerhaften Entnahme von CO₂ aus der Atmosphäre generiert und auf dem Markt für freiwillige CO2-Kompensation gehandelt. Firmen und Privatpersonen können diese auf freiwilliger Basis erwerben. Damit werden Projekte finanziell unterstützt, die aktiv CO₂ aus der Atmosphäre entziehen, und gleichzeitig wichtige Technologie-Entwicklungen zur CO₂-Sequestrierung vorangetrieben.

Mit Bayer investiert ein weltweit führender Agrarkonzern in eine besonders zukunftsfähige Carbon Removal Lösung: Pflanzenkohle, auch Biochar genannt. Die auch unter dem Begriff Biochar Carbon Removal (BCR) bekannte technologische CDR-Lösung verarbeitet Biomasse zu Pflanzenkohle und speichert so dauerhaft den darin enthaltenen Kohlenstoff in Form von Pflanzenkohle. Wird diese dann einer dauerhaften Kohlenstoffsenke (z.B. im Boden oder in Beton) zugeführt, können Credits für die sicher entnommene Menge Kohlenstoff generiert werden. Die Pflanzenkohle wiederum hat vielfältige positive Effekte, insbesondere als Bodenverbesserer und Nährstoffspeicher beim Einsatz in der Landwirtschaft. Das Hamburger Unternehmen Novocarbo ist ein europaweit führender Biochar-Anbieter und gehört zu den Pionieren bei der Ausstellung von Carbon Removal Credits.

Dr. Klaus Kunz, Head of ESG External Engagement and Performance Reporting bei Bayer: Biochar ist für uns eine besonders vielversprechende Carbon-Removal-Technologie, da sie neben der aktiven Entfernung von CO₂ aus der Atmosphäre obendrein positive Effekte als Bodenverbesserer für die Landwirtschaft mit sich bringt. Die Vorteile von Biochar unterstützen unsere Nachhaltigkeits-Ziele. Wir freuen uns, damit aktiv nachhaltige und zukunftsträchtige Lösungen für den Agrarsektor zu fördern und gleichzeitig den Weg hin zu Net Zero weiter voranzuschreiten.“

Caspar von Ziegner, CEO Novocarbo: „Unsere Mission ist es, mit der Skalierung unserer Carbon Removal Lösung möglichst viel CO₂ aus der Atmosphäre zu entziehen. Langfristige Abnahmeverträge für unsere Carbon Removal Credits helfen uns, unsere Skalierungspläne möglichst schnell in die Tat umzusetzen und so einen wichtigen Beitrag zur Einhaltung des 1,5 Grad-Ziels zu leisten.

Ermöglicht wurde die Transaktion zwischen dem Dax-Konzern und dem CDR-Startup durch das deutsch-schweizerische Klima-Fintech Callirius AG. Durch den ganzheitlichen, qualitätsgesteuerten Ansatz konnte Callirius die Lösung von Novocarbo als besonders wirksamen und wertvollen Beitrag zum deutschen Klimaschutz identifizieren.  Aus Sicht von Callirius schien das Projekt nicht nur aufgrund der robusten Projekt-Methodologie passend für die Bayer AG zu sein, sondern auch aufgrund des Bezuges zum Agrarsektor, der innovativen Technik und der geographischen Nähe. Damit ist es ein passender Baustein für die Bayer AG auf ihrem Weg zum “Netto-Null” Ziel.

Ebrahim Attarzadeh, CEO Callirius AG: “Callirius strebt eine effektive Dekarbonisierung der Atmosphäre an, die durch mehr privates Kapital ermöglicht werden soll. Die Lösungen von Novocarbo sind ein innovatives Beispiel für lokale, hochqualitative Dekarbonisierung mit langfristiger Wirkung. Wir freuen uns, dass wir über unsere Plattform Klimaschutzprojekte ermöglichen, bei denen der Privatsektor seine Kräfte bündelt, um eine hochwertige Dekarbonisierung voranzutreiben und unseren Planeten als lebenswerten Ort zu erhalten. Diese Transaktion zwischen der Bayer AG und Novocarbo könnte kein besseres Beispiel dafür sein, wie wichtig unsere Plattform und unser Serviceangebot für gemeinsame Klimaschutzbemühungen sind.“

Mit dieser Transaktion gehört Bayer zu den größten Käufern von Carbon Removal Credits von Novocarbo. Das Climate-Tech-Startup betreibt bereits drei Carbon Removal Parks in Deutschland und will in den kommenden Jahren weitere Standorte in Deutschland und Europa eröffnen mit dem Ziel, bis 2030 rund 1 Million t CO₂ der Atmosphäre zu entziehen.

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